Tschüss, mein alter Freund!

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Friday, August 25. 2006

Tschüss, mein alter Freund!

Posted by Hank Scorpio in Panorama
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Es ist passiert! Mein bisheriges Weltbild wurde von üblen Zeitgenossen eingerissen. Dein bisheriges Weltbild ist nicht mehr. Wir und ihr und überhaupt alle sind unseres über viele Kindergarten-, Schul- und Joachim Bublath-Stunden eingetrichterten und unkritisch übernommenen Weltbildes entmächtigt worden. Wie dumm wir doch alle waren. Je nach individuellem Lebensalter haben wir ebenso lange mit einer gewaltigen und unfassbaren Lüge gelebt. Wer kennt ihn nicht den guten, alten Merksatz: Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten: GELOGEN! FALSCH! UNBRAUCHBAR! SCHEIßE! Am Donnerstag, 24. August 2006 hat in die in Prag ansässige International Astronomical Union (IAU) - in diesen Sachen zuständig - dem ehemaligen Planeten Pluto diesen Status aberkannt. Was ging da vor sich?!
Ein Abriss der Ereignisse: Man stelle sich vor, man habe eine Kurzsichtigkeit mit ca. 12! Dioptrien. Durch die Entwicklung der Technik kommt man in die Hände einer Brille, die sogar eine eingebaute Super-Zoomfunktion nebst Infrarot- und UV-Licht-Wahrnehmung hat. So fällt einem auf, dass der große Fleck, welcher sich in Normalitätsvermutung in regelmäßigen Abständen vor einem bewegt, gar kein Fleck ist, sondern sein Lebenspartner der wahrscheinlich schon einige Zeit die Wohnung mit einem teilt. Und bei genauerem Hinsehen fällt einem auf, dass man nochmal drei Leute extra bei sich wohnen hat, die sich bislang aber äußerst unauffällig verhalten haben - bis hin zur vollständigen Anpassung.

So stelle man sich die aktuelle Planetenforschung vor. Im Laufe der letzten Jahre hat man immer mehr Himmelskörper in unserem Sonnensystem entdeckt, die ebenso wie unsere acht! Planeten um die Sonne kreisen. Leider haben sie nur teilweise die Merkmale der anderen - sie laufen zwar durch die Wohnung, sehen für Mitbewohner und Lebenspartner dann doch irgendwie anders aus. Also wurde, nachdem die Fachwelt schon ein neues Zeitalter ausgrufen hat und unserem Sonnensystem insgesamt 12 Planeten zuschrieb, der turnusmäßig alle drei Jahre stattfindende Kongress der IAU abgewartet, um im Anschluss die "Neuen" zu begrüßen. Willkommen Ceres (zw. Mars und Jupiter), Wilkommen Charon (teilt sich ein Zimmer mit Pluto), Wilkommen 2003 UB313 genannt Xena (wohnt ganz hinten).

Der Schlüssel heißt: Ein Planet ist ein Himmelskörper, der nicht selbst leuchtet und sich in einer keplerschen Umlaufbahn um einen Stern bewegt. Danach wäre interessant, einen betrunkenen Mitarbeiter des örtlichen Atomkraftwerks um eine Laterne torkelnd zu betrachten. Nun denn, leider passt der Schlüssel nicht 100%ig auf die Neuen. Folgende Problematik: Der Alte im Himmel (als letzter entdeckt im Jahr 1930) erfüllt im Vergleich zu den schon lange Anwesenden nicht alle Kriterien, verhält sich bisweilen asteroid und meint auch eine andere Bahn einnehmen zu müssen, wurde bislang aber geduldet - er kreist ja um einen Stern. Wenn dem so ist, dann sind alle anderen aber auch Planeten. Wenn die Neuen keine Planeten sind, dann darf es der Alte auch nicht sein. Wie im Kindergarten, wenn ich nicht auf die Schaukel darf, dürfen die anderen auch nicht. Die IAU ist gespalten. In etwa die Hälfte gehört der geologischen Wissenschaftsfamilie an und die andere Hälfte den Astronomen. Um im Vergleich zu bleiben, die eine Hälfte schaut auf die Abläufe im gemeinsamen Haushalt, die andere betrachtet eher die Zusammenstellung der Mitbewohner. Die Astronomen freuen sich, dass so viele Leute vor der Wohnung Schlange stehen (es warteten noch locker 15 weitere Mitbewohner), die Geologen aber sagten, wenn der eine ein Planet sein soll, dann ist es unser Mond auch. Kreist ja auch um die Sonne. So. Trotzdem galt es in der Öffentlichkeit als gemachte Sache "uns" zu erweitern.

Pustekuchen. Rechnung ohne den Wirt gemacht. Verzockt. Zu weit aus dem kosmischen Fenster gelehnt. Man hätte wissen müssen, dass man Mitglieder verschiedener Fachgebiete nicht mirnixdirnix unter ein Dach stecken kann, um anzunehmen, dass da ein Konsens erzielt wird. Ein Streit entfacht, man steht sich gegenüber und da alles wenig zielführend ist und sich der Kongress ja auch schon dem Ende nähert hat man beschlossen: "Pfh, alles Unsinn. Keine Neuen. Und der Alte fliegt auch raus." Da man den Alten aber nicht ganz auf sich alleine stellen wollte - er ist ja doch irgendwie einer von uns, die andern sollen hier aber nicht rein - hat man vor der Haustür einfach angebaut und festgelegt: " Pluto! Du bist nun ein Zwergplanet!" Wohlgemerkt, kein Planet! "Und ihr anderen...schleicht euch...kuschkusch."

Am Ende steht die große Verblüffung. Und viele Fragen bleiben offen. Ein zentrales Problem war, dass es eine zu schwammige Definition gab. Man hat dann wohl so lange an der Definition definiert und geschraubt, bis die neue Definition "Planet" exakt auf die heute bekannte Situation passt. Der neue Schlüssel lautet: kreist um die Sonne, ist kein Stern oder Satellit eines anderen (zB unser Mond Luna oder Charon, der um Pluto kreist) und ist groß und schwer genug, um per Gravitation kugelförmig zu sein (wirft ein anderes Licht auf fülligere Menschen) und schließlich, ein Planet hat seine nähere Umgebung von anderen Objekten freigeräumt. Was nicht passt wird passend gemacht, dass einer gehen muss war zwar nicht gewollt, nehmen wir aber in Kauf, da sonst die Haushaltsführung zu teuer würde. Man stelle sich das mal vor. Jeder Planet hat seine eigenen Wissenschaftler und Experten und Institute. Die Kosten zu Anstellung neuer Leute und Einrichtung weiterer Fachgebiete sind aber zu hoch und das wollen die Ameri...die Finanziers doch erstmal nicht bezahlen. Am Ende kommt da doch nur Wasser raus.

So kommt es nun, dass der Himmel über uns ein anderer ist. Was sagt eigentlich dieser Gott dazu und wo bekommt Micky Maus nun einen neuen Hund her?

Und lesen Sie demnächst: Weltbild, was ist das eigentlich und erfahren Sie warum Wasser keine Balken hat.
 

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Free SMS about Abschiedsglück
Wed, 02.12.2009 16:00
hey klasse artikel.. weiter so .. :-) mfg alex


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